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acid western

dt. wörtlich (und irreführend wie die Originalbezeichnung): „Säurewestern“

Der Begriff des acid western wurde wohl bereits 1971 von der Kritikerin Pauline Kaël in einem Text über Alejandro Jodorowskys Film El Topo (1970) geprägt, aber erst durch Jonathan Rosenbaum (wiederum in einer Rezension [1996] des Film Dead Man , 1995) popularisiert. Heute gilt der acid western als spätes Subgenre des klassischen Western und als Mélange von Elementen des Spätwestern wie The Searchers (1956), den exzesshaften Ausdrucksformen des Italowesterns der 1960er und kritischer Elemente der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Gegenkulturen der 1960er und 1970er. Viele Konventionen des traditionellen Westerns werden unterwandert, die kapitalistische Grundlage der Landnahmen des klassischen Western gegen andere Tauschmodelle abgelöst, Phantasien der Befreiung mit solchen des Todes und der Vergeblichkeit (unter Verwendung christianischer und spiritualistischer Symboliken) getauscht. Religiöse, mystische, psychedelische und existentielle Themen stehen im Zentrum.

Filme von Regisseuren wie Monte Hellman (The Shooting, 1966, Ride in the Whirlwind , 1966), Robert Downey Sr. ( Greaser's Palace, 1972),  Sam Peckinpah ( Pat Garrett and Billy the Kid , 1973) oder Jim Jarmuschs Dead Man, 1995) gelten als Paradebeispiele für die Genre-Variante, der Drehbuchautor Rudolph Wurlitzer (u.a. Walker, 1987, Alex Cox, sowie Pechinpahs Pat Garrett) als wichtigster amerikanischer Impulsgeber. Als weitere Filme werden oft genannt The Hired Hand (1971, Peter Fonda), Zachariah (1971, George Englund), Dirty Little Billy (1972, Stan Dragoti) oder Ulzana‘s Raid (1972, Robert Aldrich). Auch wenn immer wieder spätere Filme erwähnt werden, werden die späten 1960er und die frühen 1970er als Hochphase des acid western angesehen (gelegentlich werden sogar Nicht-US-Filme wie Deadlock , 1970, Roland Klick, als Beispiele erwähnt).

Literatur: Rosenbaum, Jonathan: Dead Man .  London: British Film Institute 2000, S. 47-62.

von: Katja Bruns