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atmospherics

Der Begriff entstammt der Architekturtheorie und dient als Bezeichnung von Räumen und Plätzen, die die Besucher in eine bestimmte Stimmung versetzen; das wichtigste Beispiel dort sind neben politischen Repräsentationsbauten religiös motivierte Bauten wie Kathedralen; im Kino findet sich das Konzept als Bezeichnung einer gewissen Teilmenge der Kinopaläste (auch: atmosphere theatres) und deren ebenso eleganter, opulenter und exotistischen Stil der Ausgestaltung der Kinosäle, der in den USA und in England in der Phase des Art Deco (ca. 1920-1940) in einer ganzen Reihe von Prestigekinos umgesetzt wurde. Die Kinos selbst waren bereits Inszenierungen, in die das Publikum eintreten konnte, in denen es auf Stile traf, die sie aus dem exotistischen Historien- und Abenteuer-Kino der Zeit ebenfalls kannten. So fanden sich Kinos, die spanische Pueblos nachahmten (wie das Muir End Toledo oder das Ritz in Glasgow, Architekt: William Beresford Inglis), sich als orientalische Inseln in den englischen Industriestädten anboten (wie mehrere als Orient nominierte Kinos) oder gar römischen Amphitheatern nachbaut waren (wie das The New Victoria in Edinburgh, Architekt: W.E. Trent). Mit Aufkommen des Tonfilms trat die Bedeutung dergestalt aufwendiger Innenraumgestaltung zurück; das endgültige Ende der Stilrichtung brachte der Weltkrieg.

Literatur: Hall, Ben M: The best remaining seats. The golden age of the movie palace. New York: Bramhall House 1961. Mehrere Neuaufl.; zuletzt 1988. – Naylor, David: American picture palaces. The architecture of fantasy. New York [...]: Van Nostrand Reinhold 1981. – Pildas, Ave / Smith, Lucinda: Movie palaces. Survivors of an elegant era. New York: Potter 1980. Neuaufl. 2000.