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banlieue cinema

frz.: cinéma du banlieue; von frz.: banlieue = Vorort, Vorstadt, insbesondere des Großraums Paris

Seit den frühen 1990ern bezeichnet man mit dem (engl.) Ausdruck banlieue cinema bzw. mit seinem franz. Äquivalent cinéma du banlieue Filme, die das Leben von Immigranten vornehmlich aus Afrika und den französischen Übersee-Departements in den ihnen zugewiesenen Vorstadt-Ghettos der französischen Großstädte zum Inhalt haben. Insbesondere durch die Jugendunruhen im Frankreich des Herbstes 2005 hat die Thematik der wegen ihrer sozialen Situation (Arbeitslosigkeit, Armut, erbärmliche Wohnverhältnisse) und ethnischen Marginalität gewalttätig gewordenen Jugendbanden und ihr scheinbar blindes Wüten gegen Sachen und Objekte der verhassten Besitzenden wieder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit Eingang gefunden. Aber auch das offen zur Schau gestellte postpubertäre Jungmachotum und der latente, islamistisch gefärbte, manchmal in exzessive Gewalt bis hin zu Gruppenvergewaltigungen, Folter und Mord umschlagende Frauenhass haben Eingang in einige dieser Filme gefunden und verleihen ihnen genrehafte Züge.

Beispiele: La Haine (Frankreich 1995, Mathieu Kassovitz), Le Ciel, les Oiseaux, ... et ta Mère! (Frankreich 1999, Djamel Bensalah), La Squale (Frankreich 2000, Fabrice Genestal).

Literatur: Giesenfeld, Günter: Cinéma de Banlieu. In: Heimat. Suchbild und Suchbewegung. Hrsg. v. Fabienne Liptay, Susanne Marschall u. Andreas Solbach. Remscheid: Gardez! Vlg. 2005, S. 173-217.

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