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Bild- und Filmamt (Bufa)

Der feindlichen Propaganda ebenso wie der Kriegsmüdigkeit im eigenen Land wollten die deutschen Militärs eigene Bild- und Filmarbeit entgegensetzen. Sie beschlossen am 29.7.1916 die Gründung der „Militärischen Film- und Fotostelle" bei der Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amtes. Diese Abteilung bildete eine tragende Säule des am 30.1.1917 für Preußen gegründete Bild- und Filmamt (Bufa). Andere Bundesländer, wie die Königreiche Sachsen und Bayern gründeten in der Folgezeit eigene wesentlich kleinere Bild- und Filmämter, deren Arbeit bisher jedoch noch nicht erforscht wurde. Die neue Dienststelle vereinte in Folge des besonderen Verhältnisses von Reich und Preußen alle regierungsamtlichen und militärischen Film- und Presseabteilungen für Preußen und bedingt auch für des Reichs. Zu den entscheidenden zählten: Das Foto- und Filmzensurbüro, das Pressebüro des Generalstabs und das Filmbüro des Auswärtigen Amtes.
Aufgabe des Bufa mit seinen 450 Mitarbeitern war in erster Linie die Produktion von Fotos und Filmmaterial an der Front. Hierfür standen Filmstellen an der Ost- und Westfront sowie im Orient zur Verfügung. Nach Schnitt und Zensur wurde das Material in eigenen Kopierwerken vervielfältigt und ausgewählten Verleih- bzw. Vertriebsfirmen zur Auswertung im In- und Ausland zur Verfügung gestellt. Eine weitere Aufgabe bestand in der Unterstützung von Zeitschriften und Zeitungen mit Kriegsfotos sowie in deren Vertrieb im Ausland. Drittens versorgte das Amt die in- und ausländischen Fotokästen regelmäßig mit Material und übernahm im letzten Kriegsjahr zum Teil die Programmgestaltung für die etwa 900 hinter der Front eingerichteten Soldatenkinos. Schließlich versuchte das Bufa mit eigenen Filmen einen Beitrag für die Produktion jugendgemäßer Filme zu leisten, um so die von konservativen Kräften erhofften spirituellen Erneuerung der deutschen Gesellschaft zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen und um den Absatz der eigenen Produktionen zu verbessern vergab das Bufa auch Aufträge zur Herstellung von Spielfilmen oder anderen unterhaltsamen oder belehrenden Streifen an die Privatindustrie.
Ab 1918 übernahm das Bufa auch die Verteilung der Rohfilmmaterialien der Agfa und die Papierzuteilung. Am 28.1.1918 wurde das Bufa der Nachrichtenabteilung des Kriegsministeriums unterstellt. Nach dem Krieg wurde das Bufa als Reichsfilmstelle in die Reichskanzlei verlegt, wechselte dann 1919 zum Auswärtigen Amt und schrumpfte schließlich zum Filmreferat des Reichsinnenministeriums.

Literatur: Barkhausen, Hans: Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Hildesheim/Zürich/New York: Olms Presse 1982. – Mühl-Benninghaus, Wolfgang: Vom Augusterlebnis zur UFA-Gründung. Der deutsche Film im 1. Weltkrieg. Berlin: Avinus 2004, 196ff.