Metainformationen zur Seite
  •  

Einspielergebnis

Kasseneinnahmen einer Filmproduktion. Man unterscheidet zwischen dem Brutto-Einspielergebnis (dem Betrag, der insgesamt eingenommen wurde) und den net rentals, dem Netto-Betrag, der von der Kinokasse an den Verleiher zurückfließt. Vom verbliebenen Betrag zieht der Verleiher wiederum seine Verleihgebühr ab; der Restbetrag wird gemäß dem Engagementsvertrag zwischen dem Produzenten und den am Film beteiligten Künstlern aufgeteilt. Ursprünglich wurden Filme für einen Fixbetrag an den Kinobetreiber vermietet. Seit Ende der 1920er Jahre werden die Netto-Einkünfte an der Kinokasse (Kasseneinnahmen abzüglich der Betriebskosten des Kinos, in der Verleihersprache auch nut genannt) nach einem Prozentschlüssel zwischen Kino und Verleiher aufgeteilt. Seit Mitte der 1970er Jahre werden Filme im Wide-Release-Verfahren mit zahlreichen Kopien und einer TV-Werbekampagne lanciert. Die Einführung dieses Verfahrens führte zu einer signifkanten Veränderung des Verteilschlüssels. Die Kosten für die Kampagne übernimmt der Verleiher; dafür behält er vom Netto-Einspielergebnis in den ersten Wochen bis zu 90%. Der Kinobetreiber erzielt seine Profite derweil aus dem Verkauf von Esswaren wie Popcorn, Eis und Limonade. Aus Sicht des Kinobetreibers stellt der Film damit spätestens seit den 1970er Jahren in erster Linie einen Werbespot für Esswaren dar. In den USA werden Einspielergebnisse nach den erwirtschafteten Geldbeträgen gemessen, in Deutschland bemisst man den Erfolg des Films nach der Anzahl verkaufter Eintrittskarten. Wurden Einspielergebnisse in den ersten Jahrzehnten der US-Filmindustrie noch weitgehend als Geschäftsgeheimnis behandelt, so werden sie seit den 40er Jahren in Branchenzeitungen (siehe dort) publiziert und seit den 70er Jahren in der Tagespresse veröffentlicht und damit als Marketinginstrument eingesetzt: Gute Einspielergebnisse suggerieren dem Publikum, dass viele Leute mit dem Film zufrieden waren und man das Risiko auf sich nehmen kann, den Film selbst zu sehen. Publizierte Einspielergebnisse stellen in diesem Sinn so etwas wie ein objektives Korrelat der Mundpropaganda dar.