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Einstellung: Formalismus

Kontinuierlich belichtetes Stück Film zwischen zwei Montageschnitten. Der Formalismus geht davon aus, dass der technische Prozess der Aufnahme keine Differenzierung ermöglicht, und lässt die Ästhetik des Films erst dort beginnen, wo er der verfremdenden und verschiebenden Wirkung des Verfahrens zugänglich wird. Die avantgardistische Dominanz der Montage setzt deshalb anstelle der Aufnahme die Einstellung als basales Material der Filmästhetik. Der häufig benutzte Ausdruck kadr meint in der Regel nicht den einzelnen Bildkader auf dem Filmstreifen, sondern die Filmeinstellung als solche. Unter diesem Gesichtspunkt unterscheidet Tynjanov kadr-kletka, die „Einstellungszelle“ als technische Gegebenheit, und kadr-kusok, das „Einstellungsstück“ als syntaktisch autonome, der Verszeile vergleichbare Einheit.