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Electronovision

Eines der ersten Verfahren, Schwarzweiß-Aufzeichnungen mit elektronischen Kameras zu machen, die dann (im Kinescope-Verfahren) auf Film umkopiert wuren, nannte sich „Electronovision“. Das Verfahren, das William Sargent 1964 vorgestellt hatte und mit seiner Firma Electronovision Productions auszuwerten suchte, wurde nur wenige Male angewendet: Am 30.6. und 1.7.1964 zeichnete Sargent zusammen mit American Broadcasting Companies und den Paramount Theaters eine Aufführung von Shakespeares Hamlet (Hauptrolle: Richard Burton, Regie: John Gielgud) im Lunt Fontane Theatre in New York auf. Die Aufzeichnung kostete 350.000 US-$; sie wurde am 23.-24.9.1964 in 991 US-Kinos insgesamt viermal gezeigt und spielte 3 Millionen US-$ ein. Ein zweites Projekt war die Aufzeichnung der The TAMI Show in Santa Monica, Cal. (am 20.10.1964). Zu den Stars der Show zählten The Beach Boys, Chuck Berry, Bo Diddley, James Brown, Jan and Dean, Marvin Gaye, Gerry and the Pacemakers, Lesley Gore, Billy J Kramer and the Dakotas, Smokey Robinson and the Miracles, The Rolling Stones und The Supremes; der Film wurde als Breitwand-Film aufgeführt (und als Videokassette 1982 erneut zugänglich gemacht). Ein dritter Film war The Big TNT Show, die 1965 im Moulin Rouge in Los Angeles aufgenommen wurde und in der Stars wie Joan Baez, Bo Diddley, The Byrds, Ray Charles, Petula Clark, Donovan, The Lovin' Spoonful, David McCallum, The Ronettes und Ike & Tina Turner auftraten; sie kam 1966 in die Kinos. Außerdem entstand ein Biopic über Jean Harlow (Harlow, 1965, Alex Segal, mit Carol Lynley und Ginger Rogers). Danach schlief das Verfahren ein, dessen Bildqualität nie überzeugen konnte.

Literatur: Leff, Leonard J. Instant movies: the short unhappy life of William Sargent's electronovision (1964-65). In: Journal of Popular Film and Television 9,1, 1981, S. 20-29.