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Elstree

Die Elstree Studios wurden im Jahre 1926 von dem Amerikaner J.D. Williams in Borehamwood, Hertfordshire (England) gebaut, um Filme mit dem Regisseur und Produzenten Herbert Wilcox zu drehen. Zwei Jahre später übernahm John Maxwell das Gelände, um British International Pictures (BIP) ins Leben zu rufen. Dort drehte u.a. Alfred Hitchcock Blackmail (1929). Nach Einführung des Tonfilms entstand Elstree Calling, der erfolgreichste englische Tonfilm jener Jahre. Die Studios wurden in den 1930er Jahren zu einem Zentrum europäischer Zusammenarbeit; Ziel war es, Filme für den internationalen Markt mit ausländischem und englischem Personal zu produzieren. Ende der 1930er Jahre war Erich Pommer und seine Mayflower Pictures dort beheimatet. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde Elstree von der britischen Regierung zu „Kriegszwecken“ requiriert. Nach dem Krieg kaufte Warner einen 25%-Anteil, finanzierte eine Instandsetzung, so dass die Studios im Jahre 1948 neu eröffnet werden konnten. Dort drehte Hitchcock Stage Fright (1950) und John Huston Moby Dick (1956). Zwischen 1959 und 1975 realisierte Hammer Films 39 Horrorfilme dort. Das Studio genoß einen ausgezeichneten Ruf – sogar George Lukas (für seine Star-Wars-Trilogie) und Steven Spielberg (für die Indiana-Jones-Trilogie) bevorzugten die Ateliers vor allen Hollywood-Studios. Im Jahre 1988 kaufte die Cannon Group die Ateliers, beschloss aber zwei Jahre später, sie zu schließen. Sie wurden an einen Immobilienspekulanten verkauft, doch dieser konnte seine Pläne gegen öffentliche Proteste nicht durchsetzen. Seit Februar 1996 sind die größten Film-Ateliers des Vereinten Königreichs im Besitz des Hertsmere Borough Council. Es werden weiterhin Filme, TV- und Reklamefilme dort gedreht.

Literatur: Banks, Leslie: The Elstree story: twenty-one years of film-making, described. London: Clerke and Cockeran Publishers Ltd. [1949]. – Brown, Geoff: Der Produzent. Michael Balcon und der englische Film. Berlin: Spiess 1981. Hervorgegangen aus Browns: Michael Balcon: The pursuit of British cinema. New York: Museum of Modern Art 1984. – Warren, Patricia: Elstree, the British Hollywood. London: Elm Tree Books 1983. Repr. London: Columbus Books 1988.