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Episodenserie

Der Begriff der Episodenserie entspricht im Wesentlichen der angloamerikanischen Bezeichnung der series. Die Episodenserie besteht aus Folgen mit abgeschlossener Handlung. Im Unterschied dazu wird bei Fortsetzungsserien (serials) die Handlung von Episode zu Episode kontinuierlich fortgesetzt. Die typische serielle Struktur von Wiederholung und Variation ist demzufolge insbesondere in der Episodenserie  vorzufinden. In der idealtypischen Episodenserie sind die Folgen bzgl. der Narration daher auch austauschbar. Die Figuren entwickeln sich zwischen den Episoden nicht weiter (sie altern allenfalls), variiert wird nur das Problem, das den Hauptfiguren zu lösen aufgetragen wird. Bevorzugt episodisch angelegt ist deshalb die Krimiserie, die von Ermittlern (meist Polizisten) handelt. Die Fallstruktur der Kriminalhandlung begünstigt die episodische Form. Hier findet sich im deutschen Sprachraum auch die Bezeichnung der Reihe (z.B. Tatort). Neuere Serien wie The Wire (2002-2008) wenden die Struktur der Fortsetzungsserie auf das Kriminalsujet an.
Die Episodenserie kann als serielle Gattung oder als übergeordneter serieller Modus bezeichnet werden, der nicht nur für Fernsehserien, sondern auch für serielle Erzählungen anderer Medien Geltung besitzt. In diesem Sinne könnten auch die James Bond-Filme als kinematographische Episodenserie verstanden werden.

Literatur: Junklewitz, Christian / Weber, Tanja: Das Gesetz der Serie. Ansätze zur Definition und Analyse. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, 1, 2007, S. 13-31. – Klein, Thomas / Hißnauer, Christian: Einleitung. In: dies. (Hrsg.): Klassiker der Fernsehserie. Stuttgart: Reclam 2012, S. 7-26. – Ruchatz, Jens: Sisyphos sieht fern oder Was waren Episodenserien? In: zfm - Zeitschrift für Medienwissenschaft, 7, (=2/2012, Themenheft: Die Serie), 2012, S. 80-89.

Referenzen