Metainformationen zur Seite
  •  

Ernemann-Werke AG

Die Ernemann‑Werke AG war ein renommiertes Unternehmen für die Produktion von Photo‑ und Filmkameras sowie Kinoprojektoren mit Firmensitz in Dresden. Die Firma wurde 1876 in Dresden von Heinrich Ernemann gegründet, beteiligte sich 1889 an der Kameratischlerei von Wilhelm Franz Matthias (Dresden), benannte sich in Dresdner photographische Apparate‑Fabrik Ernemann & Matthias um; Matthias schied 1891 aus der Firma wieder aus. Nach mehreren Umzügen und Umorganisationen wurde 1903 das Firmenemblem (eine Lichtgöttin) erstmals verwendet. Ernemanns Sohn Alexander erweiterte die Produktlinien um den Bau von Filmprojektoren.  1908 fertigte die Ernemann AG die ersten eigenen Objektive (Ernar, Ernoplast), die zuvor von der Optische Anstalt C. P. Goerz AG, Berlin, und Carl Zeiss, Jena, bezogen wurden. Im Jahr darauf stellte das Unternehmen mit dem 35‑mm‑Projektor „Imperator“ den wohl erfolgreichsten Filmprojektor vor dem Ersten Weltkrieg her. 1917 erfolgte die Umfirmierung in Ernemann‑Werke AG in Dresden. 1926 fusionierten die Ernemann-Werke mit der Optischen Anstalt C. P. Goerz, der ICA und der Contessa‑Nettel zur Zeiss Ikon. Damit endete nach 37 Jahren die Geschichte des Familienunternehmens. Heinrich Ernemann gehörte nun dem Aufsichtsrat des neu geschaffenen Unternehmens an.
1938 wurde hier die Produktion des 35‑mm‑Normaltonfilmprojektors Ernemann VIIB aufgenommen, weil der Name „Ernemann“ ein eingeführter Name war. Dieses Gerät entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager, wurde weltweit exportiert und vielfach kopiert. Maschinen dieser Baureihe wurden bis in die 1970er gebaut und sind aufgrund ihrer enormen Haltbarkeit noch heute in manchen Kinos anzutreffen.
Seit den 1950er Jahren stellte die Zeiss‑Ikon AG Filmprojektoren mit dem Markennamen Ernemann her. Seit 1999 produziert die Ernemann CineTec GmbH, mit Sitz in Kiel, Filmprojektoren, deren Modellreihen ebenfalls Ernemann genannt wurden (seit 2005 „Ernemann 14“, seit 2007 „Ernemann 18“). Sie hatte sich den Markennamen beim Deutschen Patent‑ und Markenamt (dpma) unter der Nummer 300.701 eintragen lassen. Zum 28.2.2013 wurde die Marke nach §47 des Markenschutzgesetzes gelöscht.

Literatur: Göllner, Peter: Ernemann Cameras. Die Geschichte des Dresdner Photo‑Kino‑Werks. Mit einem Katalog der wichtigsten Produkte.  Hückelhoven: Wittig Fachbuchverlag 1995. – Vincenz, Kirsten [...] (Hrsg.): Fotoindustrie und Bilderwelten. Die Heinrich Ernemann AG für Camerafabrikation in Dresden 1889-1926. Bielefeld: Christof Kerber 2008.