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europäische Koproduktion

Koproduktionen zwischen europäischen Filmproduzenten hat es schon seit den 1920er Jahren gegeben. Wenn heute von „Europäischer Koproduktion“ (oft auch: „internationale Gemeinschaftsproduktion“) gesprochen wird, dann werden damit Filme bezeichnet, die durch Gelder der Europäischen Union sowie die nationalen Filmförderungen gefördert werden. Zumeist handelt es sich dabei um Produktionen, die auch von mehreren europäischen Fernsehanstalten mitfinanziert und nicht nur von einem, sondern von mehreren Filmproduzenten realisiert werden.
Im Zentrum steht deshalb das Media-Programm der EU, mit der diese in unterschiedlichen Teilprogrammen (Eurimages, Efdo etc.) und in unterschiedlichen Zeitphasen seit den 1980er Jahren die Kooperation europäischer Firmen in Produktion und Vertrieb zu fördern versucht hat, um gegen den Universalitätsanspruch der amerikanischen Filmindustrie das Entstehen einer übergreifenden europäischen Filmindustrie zu fördern. Hinzu kommt außerdem die Beteiligung nationaler Förderungen. Bislang war der Erfolg solcher Koproduktionen eher mäßig, was nicht zuletzt auf die geringen Förderungssummen und die komplizierten Vergaberichtlinien zurückzuführen ist.
Filmästhetisch sind die Koproduktionen im Ganzen gesehen von eher zweifelhaftem Erfolg gewesen, weil zu viele Mitproduzenten bei der Gestaltung mitreden und dann immer Kompromisse auf ‚dem kleinsten Nenner’ gesucht werden. In der Kritik ist dann häufig vom „Europudding“ zu lesen. Vielfach kommen bei derartigen Produktionen sogenannte ‚Reisefilme’ heraus, bei denen Orte aus den beteiligten Ländern im Film erscheinen müssen, um den jeweiligen Förderungsbedingungen zu genügen. Als Alternative erscheint die ‚Kofinanzierung’, bei der zwar verschiedene Koproduzenten als Geldgeber auftreten, die Ausführung aber einem Produzenten allein übertragen wird.

Literatur: Röscheisen, Thilo: Film- und Fernsehproduktion für internationale Märkte. München: Reinhard Fischer 1997.

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