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Farbenklavier I: Frühgeschichte

Instrument mit Klaviatur, das optische Eindrücke mit Musik kombiniert, z.B. mit wechselnden farbigen Lichtprojektionen. Vorläufer der Farbklaviere war die Perspektiv-Laute von Giuseppe Arcimboldi (1527-1593), ein Zupfinstrument, mit dem Töne in Farben umgewandelt werden konnten. Louis Bertrand Castel (1688-1757), französischer Jesuit und Mathematiker, konstruierte um 1722 neben anderen Farbeninstrumenten theoretisch ein Farbenklavier (Clavecin oculaire). Bei jedem Anschlag einer Taste sollten durchscheinende, von hinten beleuchtete Seidenbänder erscheinen. Aber erst nach dem Tode von Castel hat vermutlich der Engländer A. Morley 1757 in London die Konstruktion eines Augenklaviers, das Ocular harpsichord vorgestellt, das aus einem vorn auf ein Klavier aufgesetzten Kasten bestand, der hunderte Lämpchen enthielt, die durch mechanische Koppelung mit dem Anschlag der Taste zum Aufleuchten gebracht wurden.

Literatur: Caduff, Corina: Fantom Farbenklavier. Das Farbe-Ton-Verhältnis im 18. Jahrhundert oder Vom Einspruch gegen das clavecin oculaire und seinen ästhetischen Folgen. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 121, 2002, S. 481-509. – Wellek, Albert: Farbenharmonie und Farbenklavier. Ihre Entstehungsgeschichte im 18. Jahrhundert. In: Archiv für die gesamte Psychologie 94, 1935, S. 347-375.

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