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Farbentsättigung

Der visuelle Gesamteindruck eines Films hat immer mit der Art der Farbwiedergabe zu tun. Je nach Sujet passen verschiedene Farb-Schemata besser oder schlechter. Als John Huston für Moby Dick (1956) eine Entsättigung der Farben gegen die Farbberater von Technicolor durchsetzte, ging es ihm darum, die Bilder des Films grafisch an die Stiche anzunähern, die als Abbildungen in Büchern über den Walfang abgedruckt waren. Farben haben Einfluss auf die emotionale Wirkung von Filmen; gerade entsättigte Farbtöne wirken verdichtet und versöhnlicher für das Auge als Bilder mit gesteigerter Farbsättigung.

Es gibt mehrere verschiedene Verfahren der Entsättigung:

– Bei der Bleichbadüberbrückung wird das Bleichbad, das während der Entwicklung metallische Silber in leichtlösliche Silbersalze umbildet, die im Fixierbad und in der anschließenden Wässerung ausgewaschen werden können, umgangen, so dass die verbleibenden Silberpartikel den Farbeindruck dämpfen.
– Bei den Restsilberverfahren (oder auch, nach dem italienischen Erfinder Ernesto Novelli Rimo: ENR-Verfahren) werden Anteile des Restsilbers gezielt gebunden, indem der Film durch ein zusätzliches Schwarzweißbad geführt wird. So wird eine kontrollierbare Menge von Silber zurückentwickelt und es entsteht eine Kopie mit variabler Dichte.
Neben diesen Prozessen, die an der Positivkopie ausgeführt werden, gibt es eine ganze Reihe von Verfahren, die auf das Originalnegativ, das Zwischenpositiv oder das Duplikatnegativ angewendet werden.

Literatur: Film- und TV-Kameramann 53,8, 2004, S. 108-130.