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Farbmasken

Zum Ausgleich von fehlerhafter Farbwiedergabe im Kopierprozess (Nebenabsorptionen = unerwünschte Filterwirkungen der Bildfarbstoffe, die zu hellerer oder unreiner Wiedergabe einiger Farben führen) sind die Purpurbilder in Negativfilmen mit einem gelben Gegenpositiv und die Blaugrünbilder mit einem roten Gegenpositiv überlagert. Dazu sind die Farbkuppler mit einer Azo-Verbindung versehen, die sich im Zuge der Farbentwicklung an den belichteten Stellen entfärben, an den unbelichteten aber die Gegenpositive erzeugen. Erstmals wurden Farbmasken 1950 im Eastman Color Negativ eingeführt.
Vorübergehend (1968-1975) hatte Agfa-Gevaert, Mortsel (Belgien), ein eigenes Farbmasken-Verfahren für die Gevacolor-Negativfilme angewandt: Den maskierten Filmschichten waren sog. Maskenhilfskörper beigegeben, die in einem speziellen Bleichbad mit den in der Entwicklung unverbrauchten Farbkupplern die gelben und roten Maskenfarbstoffe bildeten.
Der VEB Filmfabrik Wolfen setzte für den Orwocolor-NC3-Negativfilm (1972-1992) ebenfalls Farbkuppler mit Azo-Verfbindungen ein; auch die sowjetischen Farbnegativfilme nutzten dieses Verfahren. Inzwischen sind alle Farbnegativfilme farbmaskiert.

Literatur: Koshofer, Gert: Kodak und der Kinofarbfilm. In: Weltwunder der Kinematographie (hrsg. v. Joachim Polzer) 6, 2002, S. 322.