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Farbverfahren im Stummfilm V: Filter und Raster

Filter und Raster (inkorporiert): Beim französischen Linsenraster-Verfahren (Keller-Dorian-Berthon-Methode, vermarktet als Kodacolor) geht es um die Aufteilung des Lichts in die drei Grundfarben. Hier geschieht dies durch mikroskopisch kleine Linsen, die in die Oberfläche des Filmträgers gepresst sind. Das Licht, welches durch einen dreifarbigen Filter vor dem Objektiv auf die Emulsion fällt, erzeugt hinter jeder Linse des Rasters winzige Auszüge der Farben Rot, Grün und Blau, die als schwarzweiße Streifen nebeneinander liegen. Im Umkehrentwicklungsverfahren wird aus dem belichteten Negativ ein Positiv. Die Projektion erfolgt durch denselben Filter, der die Farbauszüge vereint. Deren Streifenform ist zu sehen, wenn der Zuschauer in der Nähe der Leinwand steht; sie lässt den Film leicht unscharf wirken.
Ein Raster aus eingefärbter Kartoffelstärke, die über die zu belichtende Oberfläche möglichst gleichmäßig verteilt werden, setzt die französische Firma Lumière erfolgreich bei der Farbfotografie (Autochrome) ein; später wendet sie das System zur Farbwiedergabe im Film an. Die winzigen Stärkekörner in den Farben Orange, Grün und Violett bilden ein Raster, das wie ein Filter arbeitet und Farbauszüge in der Emulsion erzeugt. Projiziert ergeben diese ein unregelmäßiges Farbenraster, welches ein grobkörniges unruhiges buntes Bild erzeugt.

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