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Faschismus im Film

Begriff für Filme, die nicht aus dem Geist des Faschismus entstanden sind, sondern ihn zum Gegenstand (hinsichtlich der Strukturen des Machtapparat, der Formen des Alltag, des politischen Klimas etc.) haben. Das Thema kann Hintergrund einer Spielhandlung und Motivation einzelner Figuren sein, Bezugspunkt der zeitgenössischen Gegen-Propaganda oder auch Gegenstand dokumentarischer Reflexion (insbesondere mit Hilfe von Kompilationen zur Zeitgeschichte) und Analyse, die oft mit einer Argumentation gegen den Faschismus bzw. Nationalsozialismus verbunden ist. Zu unterscheiden ist der Komplex von faschistischen Filmen, d.h. von Filmen aus der Zeit des Faschismus in Europa (Italien, Spanien, Ungarn, Kroatien etc.). Ein Film wie Riefenstahls Triumph des Willens (Deutschland 1935) thematisiert demnach den Faschismus nicht, auch wenn sich an ihm der Faschismus gut analysieren lässt.

Beispiele: Roma, Città aperta (Italien 1945, Roberto Rossellini); Obyknowenny Faschism (UdSSR 1965, Michael Romm); Lacombe Lucien (Frankreich 1974, Louis Malle); Una Giornata particolare (Italien 1977, Ettore Scola); Undergängens Arkitektur (Schweden 1989, Peter Cohen).