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Figuration (3)

Von Norbert Elias eingeführte Bezeichnung für soziale Netze und die in ihnen realisierten Beziehungsgeflechte zwischen sozialen Akteuren. Derartige Figurationen sind nicht auf die Untersuchung einzelner Gruppenstrukturen oder Konstellationen von Gruppenstrukturen und individuellen Verhaltensstrukturen ausgerichtet, sondern auf Gruppen, die in Kontexten anderer Individuen und Gruppen nur als Geflecht und in Abhängigkeit voneinander (interdependent) gedacht werden können. Beispiele für Figurationen dieser Art sind das Verhältnis von Lehrer und Schüler, von Torwart und Mannschaft oder das Verhältnis eines Bürgermeisters zu den Einwohnern eines Dorfes.

Literatur: Elias, Norbert: Was ist Soziologie? Weinheim: Juventa 2004, S. 139‑145. – Willems, Herbert: Synthetische Soziologie. Idee, Entwurf und Programm. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2012.