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Filmkreditbank

Die am 31.5./1.6.1933 gegründete Filmkreditbank GmbH (FKB) diente im nationalsozialistischen Deutschland als Finanzierungsstelle für Filmvorhaben. Das Problem der Filmfinanzierung war bereits in der Weimarer Republik bekannt und die Einrichtung einer speziellen Filmbank keine Idee der nationalsozialistischen Filmpolitik, sondern der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), die die neuen Machthaber nach 1933 nur aufzugreifen brauchten. Die Filmkreditbank wurde von vier deutschen Banken gegründet; sie vertrat treuhänderisch Banken und andere Kapitalgeber und trug im Gegenzug deren Risiko; der Staat brauchte keine eigenen Mittel zuzuschießen. Im Aufsichtsrat der Filmkreditbank saßen neben staatlichen Funktionären aus Propaganda- und Wirtschaftsministerium hohe Repräsentanten der Filmwirtschaft und der beteiligten Großbanken. Die Filmkreditbank hatte einerseits den Zweck, bei den Vertretern der Filmindustrie Vertrauen und Zustimmung zu erwecken, andererseits garantierte sie den Ausschluss politisch unerwünschter Inhalte und Personen von der finanziellen Förderung. Anfangs schoss die Filmkreditbank bis zu 70% der Herstellungskosten zu, später kreditierte sie nur noch 30%. Nach der Verstaatlichung der UFA (1937) ging die Bedeutung der FBK an Bedeutung, weil sie nur noch die freien Produktionen unterstützte; die Kreditierung der UFA-Filme übernahm die Film-Finanz GmbH. Seit dem 6.6.1941 gab es im Deutschen Reich keine unabhängigen Produktionen mehr; die Aufgaben der Filmkreditbank waren hinfällig geworden – ihr Stammkapital ging in die Film-Finanz GmbH über; sie blieb nominell als Hausbank der Ufa-Film GmbH weiterhin tätig.

Literatur: Mühl-Benninghaus, Wolfgang: The German Film Credit Bank, Inc. In: Film History 3,4, 1989, S. 317-332. – Spiker, Jürgen: Film und Kapital. Der Weg der deutschen Filmwirtschaft zum nationalsozialistischen Einheitskonzern. Berlin: Spiess 1975, S. 94-102.