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FIPRESCI

eigentlich: Fédération Internationale de la Presse Cinématographique /  International Federation of Film Critics

Die FIPRESCI ist eine internationale Gesellschaft der Filmjournalisten. Sie geht auf eine Initiative einer Handvoll von Journalisten in Paris und Brüssel im Jahr 1925 zurück, die sich zunächst Professional Association of the Film Press nannte. Auf einem Film-Kongress der Rothschild-Stiftung (1926) wurde die Internationalisierung beschlossen; doch erst am 6.6.1930 wurde – wieder anlässlich eines Film-Kongresses im Brüsseler Palais des Académies – wurde die Gesellschaft offiziell mit französischen, belgischen und italienischen Mitgliedern auf der Basis des Prinzips individueller Mitgliedschaft gegründet. Auf Antrag der italienischen Mitglieder wurde auf der Generalversammlung in Rom (1931) der Name FIPRESCI angenommen. Auf der 5. Versammlung in Brüssel (1935) waren bereits Vertreter aus 14 Nationen versammelt; es wurde vereinbart, dass man sich darum bemühen wollte, nur FIPRESCI-Mitglieder als Film-Auslandskorrespondenten arbeiten zu lassen. Außerdem rückte der Film als kultureller Wert ins Zentrum der Arbeit des Verbandes. Mit dem Krieg (inzwischen hatten sieben nationale Vertretungen ihre Arbeit aufgenommen) kam es zum Zusammenbruch der Organisationsstrukturen – aber (wiederum auf belgische und französische Initiative hin) bereits auf dem ersten Filmfestival in Cannes kam es zum Neubeginn; David Leans Brief Encounter und George Rouquiers Farrebique wurden als erste Filme mit einem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. Heute ist die FIPRESCI die wichtigste internationale Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten aus mehr als 50 Ländern. Ihre satzungsgemäße Aufgabe besteht darin, die Filmkultur zu fördern und weiterzuentwickeln sowie die beruflichen Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Insbesondere bedeutet dies unter anderem, sich für die Freiheit und die ethischen Standards des Filmjournalismus einzusetzen. Öffentliche Aufmerksamkeit erregen die zahlreichen Filmpreise, die im Rahmen einer Reihe von internationalen Filmfestivals (u.a. Berlin, Cannes, Havanna, Hong Kong, Rotterdam, Sydney und Venedig) vergeben werden. Zudem vergibt die FIPRESCI einmal jährlich einen Grand Prix für den Film des Jahres sowie den Europäischen FIPRESCI‑Preis.

Literatur: Bulletin [der deutschen Sektion der FIPRESCI]. Berlin‑Karlshorst 1935‑39. – Undercurrent. A Magazine of and on Film Criticism. München 2006ff, URL: http://www.fipresci.org/undercurrent/. – Cahiers de la FIPRESCI. 1ff. Lugano. Ed. Pantarei 19070ff. Bislang nur zwei Ausgaben, darunter: La Fipresci. Cinquante ans au service de la critique de cinema. Un panorama de la critique mondiale a travers les rapports des sections nationales de la Fipresci. Paris: Polycopie Gilanne 1981.