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flashback tutorial

dt. etwa: Anleitung zum Flashback

Einige twist endings erläutern die nötige Re-Evaluation mithilfe von Montagesequenzen, die bereits bekannte Bilder entweder in gleicher Form wiederholen oder in veränderter Form zeigen. Dadurch werden beispielsweise Ellipsen nachträglich aufgefüllt (Angel Heart, USA 1987, Alan Parker), Informationen mit einer neuen Erklärung versehen (The Usual Suspects, USA 1995, Bryan Singer) oder unter einer neuen Prämisse kontextualisiert (Fight Club, USA 1999, David Fincher). Eine solche erläuternde Montage wird als flashback tutorial bezeichnet.

Das flashback tutorial ist ab dem 1987 erschienenen Angel Heart stabil nachweisbar, aber man könnte bereits das Ende von Das Cabinet des Dr. Caligari (Deutschland 1920, Robert Wiene) als einen frühen Vorläufer bezeichnen. Am Ende dieses Films benennt Franzis noch einmal alle zentralen Figuren aus seiner Wahnvorstellung, worauf jeweils die realen ,Vorbilder‘ in Nahaufnahmen zu sehen sind. Diese Form der Montage stellt ähnlich wie das flashback tutorial die beiden diegetischen Ebenen nochmals vergleichend nebeneinander. Quasi dialektisch werden beide Strukturen vorgestellt, und die Re-Evaluation geht mit ihrer Synthetisierung einher.

Literatur: Strank, Willem: Twist Endings. Umdeutende Film-Enden. Marburg: Schüren 2014, S. 152-159.

Referenzen