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Form: Formalismus

Mit diesem ‚Kampfbegriff‘ argumentiert der frühe Formalismus gegen eine Ästhetik der Repräsentation und proklamiert mit der Ersetzung des Begriffspaares Inhalt/Form durch Material/Form eine Dominanz der Form. Im Vordergrund steht das Gemachtsein des Kunstwerks; ästhetische Operationen sind der Analyse wichtiger als mögliche Intentionen. Der semantisch vorbelastete und seinerseits ungenaue Begriff Form wird bald durch den der Konstruktion abgelöst. In den filmtheoretischen Überlegungen der Formalisten wird als Form allgemein das Verhältnis von Material und Konstruktion bezeichnet und Form dabei, wie in der früheren formalistischen Kunsttheorie, in erster Linie auf die Wahrnehmung bezogen.

Literatur: Erlich, Victor: Russian formalism. History – doctrine. S’Gravenhage: Mouton 1955. Dt.: Russischer Formalismus. München: Hanser 1964. Repr. Frankfurt: Suhrkamp 1973. – Hansen-Löve, Aage A.: Der russische Formalismus. Methodologische Rekonstruktion seiner Entwicklung aus dem Prinzip der Verfremdung. Wien: Vlg. d. Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1978.

Referenzen