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Gegenkultur

engl.: counterculture

Als Gegenkultur bezeichnet man eine bestimmte, längerfristig gesellschaftlich wirksame Untergruppe einer gegebenen Kultur. Im Gegensatz zu einer „Subkultur“ zeichnet sie sich durch das Infragestellen von primären Werten und Normen der Mehrheitskultur verstanden. Dabei spielen mitunter (gesellschaftliche) Visionen und Utopievorstellungen eine Rolle. Frühe Beispiele für solche Gegenkulturen finden sich bei dem fahrenden Volk wie wandernden Handwerkern, der Vagabundenbewegung, im Pietismus und in der frühen Arbeiterbewegung. Auch einige Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts werden als Gegenkultur bezeichnet. Beispiele sind neben dem Wandervogel oder der Bürgerrechtsbewegung auch einige Bewegungen, die ihrerseits wieder auch filmisch bearbeitet und dargestellt wurden – etwa die Anti-Establishment-Bewegungen wie die Hippie‑Bewegung, die 68er-Bewegung oder die Provo‑Bewegung. Als jüngere Gegenkultur in der westlichen Welt wird seit den 1980er Jahren einigenorts die Punk‑Bewegung verstanden.

Literatur: Brode, Douglas: From Walt to Woodstock. How Disney created the counterculture. Austin: Univeristy of Texas Press 2004. – Wuggenig, Ulf: Subkultur. In: Handbuch Populäre Kultur. Begriffe, Theorien und Diskussionen. Hrsg. v. Hans-Otto Hügel. Stuttgart [...]: Metzler 2003, S. 66-73. – Yinger, John Milton: Countercultures. The promise and peril of a world turned upside down. New York: Free Press 1984.

Referenzen