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Geruchsfilm / Duftfilm I: Grundlagen und Entwicklungen

auch: AromaRama, Duftkino, olfaktorisches Kino, Odorama, OTP (Odorated Talking Pictures), Smell-O-Vision, Smellie

Düfte und Gerüche sind wichtige synästhetische Steuerungselemente für menschliche Emotionen und das Gedächtnis. Sie können ähnlich wie Farben Stimmungsmodi zwischen Hochgefühl und Depression einstellen. Schriftsteller haben diese Verbindungen sprachlich intensiv beschrieben (Marcel Proust, Patrick Süskind). Bereits im 19. Jh. parfümierte man Theater, um eine bestimmte Atmosphäre herzustellen, und auch Filmemacher wollen ihrem Publikum derartige Erfahrungen beim Filmerlebnis vermitteln, indem sie gezeigte Gegenstände und Ereignisse auf der Leinwand mit bestimmten Gerüchen im Kino korrelieren. So entstand bereits 1940 nach dem sog. OTP-Verfahren („Odorated Talking Pictures“) von Hans E. Laube der Film My Dream (aka Mein Traum, Schweiz 1940, Valerien Schmidely), der im Titel den Namen eines Parfüms aufnimmt. Die Achillesferse der signalkodierten Geruchsfilme ist und bleibt die technische Ausbringung und Entfernung (Lüftung, Klimaanlage, spezielle Düsen) sowie das Timing der gewünschten Düfte.
Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet die Firma DigiScent an einem Duftsystem für das Internet und Videospiele, das den seltsamen Namen „iSmell“ trägt und ähnlich wie Tintenstrahldrucker über Düsen gesteuert wird. In Frankreich will France Télécom das „Web parfumé“ realisieren. Eine Duftkomponente gehört auch zur Sensorama-Apparatur der Virtuellen Realität.

Literatur: Hamnes, Karl: Smelly interfaces: a brief review of the application of smell to user interfaces. http://www.telenor.no/fou/KH_olfactory_displays_200202.pdf – Kaye, Joseph 'Jofish': Symbolic olfactory display. MA-Thesis, Cambridge, Mass.: M.I.T. 2001. http://web.media.mit.edu/~jofish/thesis/ [Lit.!] – Ders.: Smell as media. http://web.media.mit.edu/~jofish/writing/smellasmedia35.pdf

Referenzen