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gestellte Szene

Bezeichnung für aus einer oder mehreren Einstellungen bestehende Filme der frühen Kinematographie, bei denen Raumdetails und Figuren eigens für die Kamera eingerichtet werden (wie Attack on a China Mission, Großbritannien 1900, J.A. Williamson, oder La Révolution en Russie, Frankreich 1905, Lucien Nouquet). Wegen ihres Schau- oder dokumentarischen Wertes werden Ereignisse für die Kamera nachgestellt (z.B. eine Königskrönung oder größere Unfälle); die Szenen bleiben dabei ohne deutlichen narrativen Gehalt (z.B. die Kinderszenen). Der Methode des Arrangierens bedienen sich später auch der inszenierte Dokumentarfilm und der Pseudo-Dokumentarfilm, sie gehört aber auch zu den Strategien der dokumentarischen Arbeit überhaupt; so sind diverse Szenen in Robert Flahertys Nanook of the North (1922) eigens für die Kamera gestellt worden.