Metainformationen zur Seite
  •  

Guckkasten

Ein Guckkasten ist ein Gerät zur Erzeugung eines tiefenräumlichen Eindrucks, das wohl im 17. Jahrhundert erfunden wurde und seit Mitte des 18. Jahrhunderts als Jahrmarktsattraktion weite Verbreitung hatte. Es handelt sich dabei um einen Kasten, in den man mittels einer vergrößernden Linse hineinsehen kann und der dann Ansichten von täuschend echter perspektivischer Weite ermöglicht. Gezeigt wurden Zeichnungen, Kupferstiche und Transparentbilder von Landschaften, Katastrophen, Städten, Stadtbränden, exotische Szenen, theatralische Darstellungen u.ä., vor allem auch Darstellungen biblischer und mythologischer Erzählungen. Gearbeitet wurde mit Hinterlicht oder mit gesteuertem seitlichem Lichteinfall. Die Guckkastenbilder waren meist gerahmt oder auf Walzen aufgezogen, wodurch die Möglichkeit bestand, die Bilder über einen Drehkopf weiterzubewegen. Das geeignete und auch am häufigsten verwendete Bild-Format war ein Median-Folio-Format von ca. 26x41cm.

Literatur: Balzer, Richard: Peepshows, a visual history. New York: Harry N. Abrams 1998. – Füsslin, Georg: Der Guckkasten. Einblick, Durchblick, Ausblick. Stuttgart: Füsslin 1995. – Denton, Eric Hadley: The technological eye. Theater lighting and „Guckkasten“ in Michaelis and Goethe. In: The enlightened eye. Goethe and visual culture. Ed. by Evelyn K. Moore. Amsterdam [...]: Rodopi 2007, S. 239-264.

Referenzen