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illustrated songs

Illustrated songs waren eine vor allem im amerikanischen Raum populäre Unterhaltungsform zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Musik und Bilder vereinte, die mittels Stereopticon oder mit Laterrna-Magica-Apparaten auf die Leinwand projeziert wurden. Die Bilder illustrierten den Text des dazu dargebotenen Liedes. Die Diascheiben (song slides) bestanden aus Glas und waren von Hand koloriert. Die letzte Scheibe war meist die sogenannte chorus slide, die neben dem Refraintext auch Kontaktdaten des Verlages/Produzenten enthielt und das Publikum zum Mitsingen animierte. Daraus entstand das einige Jahre später populäre Community Singing. Die verhandelten Themen waren meist nostalgischer, sentimentaler oder patriotischer Natur; sehr oft wurden populäre Songs (vor allem aktuelle Hits) illustriert. Diese Praxis trat sehr bald in wirtschaftliche Beziehung mit der Musikverlagsindustrie und kurbelte Notenverkäufe an. Bereits in den Vaudeville-Theatern des späten 19. Jahrhunderts praktiziert, fand diese Form bald Eingang in die Nickelodeons und erlebte einen Boom zwischen 1907 und 1913. Obwohl illustrated songs meist als Teil des Gesamtprogramms gezeigt wurden, gab es durchaus Häuser, die sich darauf spezialisierten, diese als Hauptattraktion zeigten. So mancher Stummfilmstar begann seine Karriere als Sänger von illustrated songs (wie etwa Norma Talmadge, Della Fox, Roscoe Arbuckle u.v.a.).
Von manchen Autoren werden die illustrated songs als erste Vorläufer des Musikvideos bezeichnet.

Literatur: Abel, Richard: That Most America of Attractions, the Illustrated Song. In: The Sounds of early Cinema. Ed. by Richard Abel and Rick Altman. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press 2001, S. 143-155. – Altman, Rick: Silent Film Sound. New York [...]: Columbia University Press 2007.

Referenzen