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imperfektes Kino

Das „imperfekte Kino“ war ein programmatischer Entwurf des kubanischen Schriftstellers und Regisseurs Julio García Espinosa, den er 1969 vorstellte. Er betonte darin die Bedeutung, die das Kino im revolutionären Fortschritt des Volkes habe, weil es dem Publikum helfe, die Welt als veränderbar zu begreifen, in deren Strukturen man eingreifen kann. Die Produktion von Filmen sollte darum nicht auf die ästhetische Perfektionierung des Werkes ausgerichtet sein, sondern vielmehr darauf, die Probleme der Realität darzustellen und die Wege aufzuzeigen, wie sie entstanden sind und was das Publikum tun kann, um sie zu analysieren und beizulegen. Dabei solle der „imperfekte Film“ die Schlussfolgerungen nicht selbst ziehen, sondern sie dem Publikum überlassen. Espinosas Entwurf gehört zu den Programmatiken des „Dritten Kinos“.

Literatur: Espinosa, Julio García: For an imperfect cinema. In: Jump Cut, 20, 1979, S. 24‑26. Andere Übers. in: Afterimage, Summer 1971. Zuerst in: Cine Cubano, 66-67, 1969. Online:
http://www.ejumpcut.org/archive/onlinessays/JC20folder/ImperfectCinema.html.