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Institution

auch: Institutionenfilm

Als Schauplatz und Motiv im Dokumentarfilm ebenso wie im Spielfilm verbreitet. Natürlich ist das Leben in institutionellen Umgebungen – Krankenhäusern, Flüchtlings-Lagern, Botschaften, Gefängnissen, militärischen Einheiten, Arbeitsämtern, Schulen, Klöstern etc. – in vielen Geschichten eine Gegebenheit der diegetischen Realität, doch geht es in einer ganzen Reihe von Filmen darum, nicht psychologisch motivierte Einzelschicksale und Konflikte zu porträtieren, sondern Leben und Wesen einer Institution in einer allgemeineren Hinsicht vorzuführen. Insbesondere die funktionalen Bestimmungen der jeweiligen Institution werden dann zum Thema – die inneren Rollensysteme, die in jeder Institution konstituiert werden, die Pflichten und Rechte der Beteiligten, die Machtverhältnisse und die Befugnisse zur Gratifikation und Sanktionierung von Verhalten u.a.m. Auf der einen Seite geht es um die Nachzeichnung alltäglicher Verhältnisse, die die Routinisierung des innerinstitutionellen Lebens verzeichnen; auf der anderen Seite aber steht die Beschreibung der Strategien der Herrschaftsausübung und der von den Insassen erwarteten Unterwerfung unter die Regelsysteme der Institution sowie die manchmal zerstörerischen Effekte der symbolisch-institutionellen Einkerkerung der Beteiligten. Die Filme sind meist realistisch angelegt, manche satirisch. Manche erzählen zusammenhängende Geschichten und demonstrieren die Macht der Institutionen an Einzelschicksalen; andere dagegen breiten ihre Sicht der Instituitionenwelten episodisch, manchmal als Figurenmosaike aus. Viele der Filme sind institutionenkritisch ausgerichtet, zeichnen etwa psychiatrische Anstalten als totalitäre Inseln in der „normalen“ Welt. Derartige Filme gehöen meist einer breiteren gesellschaftlichen Auseinandersetzung an (etwa mit dem Strafvollzug, der Psychiatrie etc.).

Einen eigenen Weg geht Frederick Wiseman in seinen Dokumentarfilmen, deren Themen fast immer Institutionalisierungen des amerikanischen Alltagslebens sind.

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