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Jagd

Motiv und Spielart der Verfolgung. Gemeint ist (1) die (Großwild-)Jagd auf Tiere vor allem in exotischen Abenteuerfilmen, die im Dschungel, in der Steppe oder an ähnlichen Orten spielen, die als Gefahr für (den westlichen) Mensch und (seine) Zivilisation inszeniert werden (so dass die Jagd auf das so übermächtige Tier zu einer symbolischen Konfrontation des Menschlichen mit dem Natürlichen wird wie etwa in John Hustons Moby Dick, USA 1956). Nicht immer ist der Mensch bei diesen Jagden der Überlegene: Vor allem in Thrillern kann sich das Verhältnis umkehren, werden aus Jägern Gejagte, die ums Überleben kämpfen müssen, auch wenn am Ende das Tier regelmäßig unterliegt. Die Jagenden sind dabei fast immer Männer; Frauen sind typischerweise schutzbedürftige Begleiterinnen oder überhaupt abwesend. (2) Zumindest in Episoden werden immer wieder ritualisierte Formen der Jagd wie die englische Fuchsjagd inszeniert, die wiederum die Folie zum Mord bilden. Manchmal ist der Jagdausflug der Rahmen für den Ausbruch bis dahin latenter Konflikte, die sich u.U. zuspitzen (wie in Carlos Sauras Film La Caza / Die Jagd, Spanien 1965).  (3) Aber nicht nur Tiere werden von Menschen gejagt, sondern auch Menschen, denen der Status als gleichberechtigte Subjekte in einem Akt ethischer und politischer Entgleisung aberkannt wird. In systematischem Kalkül oder panischer Hysterie werden sie verfolgt – und wenn möglich ermordet („vernichtet“). Dies kann Einzelpersonen ebenso wie Gruppen betreffen (vorzugsweise Minderheiten) oder ganze Völker im Rahmen eines Genozids. (4) Einen Extremfall leisten sich jene Horror- und Splatterfilme, deren Jagd auf Menschen in der Perversion des Kannibalismus gipfeln, oder Thriller, in denen unbekannte und möglicherweise phantastische Jäger Einzelne oder Menschengruppen jagen (wie in John McTiernans Predator, USA 1987, eine Gruppe Männer zum Ziel eines außerirdischen Kämpfers werden, oder wenn in The Ghost and the Darkness, USA 1996, Stephen Hopkins, zwei menschenfressende Geister-Löwen Jagd auf die Bewohner eines Eisenbahner-Camps machen).

Beispiele: Hatari! (USA 1963, Howard Hawks); Jaws (USA 1975, Steven Spielberg); Hasenjagd (BRD 1994, Andreas Gruber).
 

Referenzen