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Jump Cut

dt. manchmal „Bildsprung“; selten auch: „Sprung-Schnitt“

Schnitt zwischen zwei Bildern, die hinsichtlich Kameradistanz und Bildausschnitt identisch sind, aber einen Sprung in der Handlung vollziehen. Ein Jump Cut ist sehr deutlich zu sehen und will auch deutlich wahrgenommen werden (sofern es sich nicht um einen Anschluss- bzw. Schnittfehler handelt). Wichtig dabei ist, dass er nicht aus Unvermögen beim Filmen oder Schneiden entsteht, sondern beabsichtigt ist, um (a) zwei unterschiedliche Einstellungen zu verbinden, (b) zwei ähnliche Einstellungen voneinander zu trennen oder (c) weit getrennte Räume oder Zeiten zu verbinden. Oft wird ein Jump Cut mit einem Match Cut verbunden. Hoffähig wurde der Jump Cut durch Godards A Bout de Souffle(1959), der eine Autofahrt Sebergs und Belmondos enthält, bei der man zu einer diskontinuierlichen Folge von Aufnahmen Sebergs – die wie Teile einer viel längeren Aufnahme während einer langen Autofahrt durch Paris wirken – einem kontinuierlichen Dialog der beiden Akteure zuhört: Es entsteht der Eindruck einer synthetischen Sequenz mit kontinuierlichem diegetischem Ton und diskontinuierlicher Repräsentation des Gesprächs.

Ein Sonderfall ist das Heranspringen an einen Gegenstand auf der gleichen Kameraachse. Meist erfolgen solche Heran- oder Wegsprünge über mehrere Aufnahmen des Objekts und erwecken den Eindruck großer Dynamik und Dramatik. 

Literatur: Binotto, Johannes: Jump Cut. Zur Chrono-Logik von Film und Psychoanalyse. In: Wiederkehr und Verheißung. Dynamiken der Medialität in der Zeitlichkeit. Hrsg. v. Christian Kiening, Aleksandra Prica & Benno Wirz.  Zürich: Chronos 2011, S. 253-268 (Medienwandel, Medienwechsel, Medienwissen. 16.). 

Referenzen