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Jun'eigageki-undô

von japan.: jun = „rein, natürlich“ + eiga = „Film“ + geki = „Drama“ (= reines Filmdrama) + undô = „Bewegung, Kampagne“; engl.: pure film movement

Filmtheoretische Reformbewegung der Taishô-Zeit (1912-1926), die in Auseinandersetzung mit den vorherrschenden unterhaltenden Formen der Shimpa-Filme des neueren Kabuki und der historisierenden Stoffe im Genre des Jidai-geki um die Schaffung des „Reinen Japanischen Films“ im Sinne eines japanischen Nationalkinos bemüht war. Dazu gehörte auch das Nachdenken über den Einsatz narrativer und filmtechnischer Mittel, um das als spezifisch „japanisch“ Empfundene auch filmisch zum Ausdruck bringen zu lassen. Doch nur zu rasch geriet die reine Lehre im Sog der sich abzeichnenden imperialistischen Ausdehnungsphase Japans unter den instrumentalisierenden Einfluss nationalistischer Eiferer, Ideologen der Überlegenheit des Japanertums und Heilsbringer des Nihonjin-ron.

Einer der wichtigsten Filme des Jun'eigageki-undô ist Norimasa Kaeriyamas Sei no Kagayaji (The Glory of Life, 1918/19).

Literatur: Bernardi, Joanne: Writing in light: the silent scenario and the Japanese Pure Film Movement. Detroit: Wayne State University Press 2001. – Daisuke, Miyao: Before anime: animation and the Pure Film Movement in pre-war Japan. In: Japan Forum, 14,2, 2002, S. 191-209.