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Klamauk-Western

auch: Italo-Komödie, Italowestern-Komödie; selten auch: Prügel-Western

(1) Im Journalismus verbreitete, meist eher abfällig gebrauchte, allerdings damit irreführende Bezeichnung der Westernkomödien mit Terence Hill (meist zusammen mit Bud Spencer) zwischen 1970 und ‘73, manchmal ausgedehnt auf die Reihe von Nachfolgefilmen, die an den Erfolg von Filmen wie Lo chiamavano Trinità ( Die rechte und die linke Hand des Teufels , Italien 1970) und …continuavano a chiamarlo Trinità ( Vier Fäuste für ein Halleluja , Italien 1971) anzuknüpfen versuchten, die nach den Drehbüchern und unter der Regie des Kameramannes E.B. Clucher (d.i. Enzo Barboni) entstanden. Die Filme gewannen ihren Charme aus meist flachen Figurenkonstellationen und -charakteristiken und einer ungebremsten Lust daran, Konflikte mittels Faustkämpfen auszutragen.

Die Filme nutzten die Western-Vorlage nicht nur als Folie zur Slapstickisierung, sondern parodierten auch die Mythologien des Westerns. E poi lo chiamarono il magnifico ( Verflucht, verdammt und Halleluja , Italien/Frankreich/Jugoslawien 1972), wiederum unter der Regie von Clucher, nahm sich der Modernisierung der mythischen Westernrealität vor allem durch deren Erschließung durch die Eisenbahn an. Zu einer parodistischen Abschließung von Sergio Leones C’era una volta il West ( Spiel mir das Lied vom Tod , Italien 1968), der auch die Drehbuchidee hatte, geriet Il mio nome è Nessuno ( Mein Name ist Nobody , Italien/Frankreich/BRD 1973, Tonino Valerii), der Terence Hill mit Henry Fonda zusammenbrachte – Hill spielte darin einen Fan des alternden Revolverhelden (Fonda), nötigte ihn zu einem Duell mit 150 Gegnern, erschoss ihn schließlich zum Schein und ermöglichte ihm so ein ungestörtes Altersleben; wie in Leones C‘era una volta steuerte Ennio Morricone die Musik des Films bei.

(2) Gelegenheitsbezeichnung für Westernkomödien, die Elemente der Klamaukisierung (v.a. Slapstickiaden), der „groben Komödie“ u.ä. benutzen. Manchmal werden Titel wie The Hallelujah Trail (USA 1964, Preston Sturges), The Wild, Wild West (USA 1974, Mel Brooks) oder auch schon Go West (USA 1940, Edward Buzzell) mit den Marx Brothers. Gerade neuere Western des Typs thematisieren jeweils zeitgenössische Themen wie Rassismus, Feminismus u.ä., ohne sie immer zu verulken.