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Knetanimation

engl.: claymation

Ein dauerelastisches Knetgummi, das man zur Herstellung von Filmfiguren verwenden konnte, wurde 1897 erfunden. Verwendbare Knetmassen werden bis heute auf Ölbasis hergestellt. Sie stammen meist aus England (Plasticine) oder aus den USA (van Aken). Bei der Knetanimation werden Figuren im Stop-Motion-Verfahren einzelbildweise animiert. Die Figuren können so ausdrucksreich agieren, Metamorphosen durchmachen, physikalisch Unmögliches tun. Die Figuren sind nicht unbedingt anthropomorph ausgebildet.
Der vielleicht älteste Knetanimationsfilm ist The Sculptor‘s Nightmare (1908). Seitdem sind zahllose Kurz- und Langfilme mit Knetfiguren hergestellt worden. Viele davon sind Kinder- oder Familienfilme, viele Knetfiguren sind zu allgemeinen Ikonen der Populärkultur geworden (wie Pingu). Viele Jahre kamen ästhetisch ambitionierte Knetanimationen aus Osteuropa, wo mit Jan Svankmajer einer der experimentierfreudigsten Animatoren überhaupt arbeitet. Größten Erfolg haben die Filme der englischen Aardman-Studios errungen: Das Figurenpaar Wallace und Gromit mit der Trilogie Grand Day Out (1992), The Wrong Trousers (1993) und A Close Shave (1995) steht ebenso für das Studio wie der Hühnerfreiheitskampf in Chicken Run (2000). Dieser Erfolg wie auch der von The Nightmare Before Christmas (1993) verwundert um so mehr, als sich die Knetfiguren gegen die viel moderner wirkenden Figuren der Computeranimation durchsetzen mussten.