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Ladenkino

Als Ladenkinos bezeichnet man die ersten festen Kinos, die in deutschen (Groß-)Städten um 1905-07 entstanden. Vorher wurden Filmprogramme als Zusatznummer in Varietés vorgeführt oder kamen mit ambulanten Filmvorführern während der Kirmes in Städte und Dörfer. Um Stühle, Leinwand und Projektor aufzustellen, bedurfte es eines größeren Raums, so dass sich das Anmieten von kommerziellen Räumlichkeiten (z.B. Läden) anbot. Die Nickelodeons, wie Ladenkinos in Amerika hießen, entwickelten sich aus den Penny Arcades, in denen Besucher Edisons Kinetoskop und Phonograph bewundern konnten. Ab 1911 entstanden in Deutschland eigens zu diesem Zweck konstruierte Kinobauten, die mehr Komfort boten, Erstaufführungen garantierten und so auch von besser situierten Menschen der Gesellschaft besucht wurden. Ladenkinos hingegen zogen durch ihre billigen Eintrittspreise ein Unterschichtenpublikum an.

Literatur: Müller, Corinna: Frühe deutsche Kinematographie. Formale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen. Stuttgart/Weimar: Metzler 1994.