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lateinamerikanisches Kino

Der Begriff bezieht sich allein auf die geografische Zuordnung von Filmen zu einer Weltregion und schließt Produktionen aus so unterschiedlichen nationalen Kulturen und Produktionsbedingungen wie Mexiko und Argentinien, Kuba und Brasilien mit ein. Er dient als grobmaschiges Ordnungskriterium, ist bewusst verallgemeinernd und unscharf, nimmt keine Rücksicht auf die massiven kulturellen Unterschiede innerhalb Lateinamerikas und impliziert darüber hinaus die Existenz einer fremden Erzähltradition, die freilich nur aus westlicher Perspektive und nur für ein westliches Publikum fremd ist. Und: Das Etikett ‚lateinamerikanisches Kino‘ ist je nach Beschreibungszusammenhang ein westliches, mit dem konsequenterweise auch nur jene lateinamerikanischen Filme bedacht werden, die im Westen überhaupt gezeigt werden. Insbesondere in den 1970er Jahren wurde ein politisch-kritischer Zusammenhang zwischen den verschiedenen nationalen Produktionen angenommen, der so nie wirklich haltbar war.

Beispiele: Terra em transe (Brasilien 1967, Glauber Rocha); La última cena (Kuba 1976, Tomás Gutiérrez Alea); Yo, la peor de todas (Argentinien 1990, M.L. Bemberg); Pequenos milagros (Argentinien 1998, Eliseo Subiela).

Literatur: Schwartz, Ronald: Latin American films, 1932-1994. A critical filmography. Jefferson, NC [...]: McFarland 1997. – Bremme, Bettina: Movie-mientos. Der lateinamerikanische Film: Streiflichter von unterwegs. Stuttgart: Schmetterling-Vlg. 2000. – Elena, Alberto (ed.): The cinema of Latin America. London : Wallflower Press 2003. – Paranaguá, Paulo Antonio: Histoire comparée du cinéma en amérique latine. Diss. Paris 2000. - Schumann, Peter B. (Hrsg.): Kino und Kampf in Lateinamerika. Zur Theorie und Praxis des politischen Kinos. München [...]: Hanser 1976.

Referenzen