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Laterna Magica

Die erste Laterna Magica wurde wahrscheinlich 1659 von dem Holländer Christian Huygens gebaut, wobei es der Däne Thomas Walgensten war, der um 1664 in Paris die ersten Laterna-Magica-Veranstaltungen öffentlich durchführte. Dem modernen Diaprojektor ähnlich besteht der magische Leuchtkasten in seiner einfachsten Form aus vier Teilen: einer Lichtquelle, einem Objektiv, um das Licht zu konzentrieren, einem Dia aus Glas und einem Objektiv, um das Bild auf eine Leinwand zu vergrößern. Als Lichtquelle setzte man zunächst Kerzen oder Öllampen ein, aber später brannte man Kalk oder arbeite mit Kohlebögen. Kalk ergab zwar ein intensives weißes Licht, wenn er mit einer Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff erhitzt wurde, doch führte die gefährliche Mischung der Gase auch zu tödlichen Unfällen. Die Dias wurden entweder mit der Hand gemalt, mittels der Lithografie oder der Fotografie produziert, oder aber es wurde ein Foto eingefärbt. Die Laterna Magica erreichte ihre größte Popularität im England des 19. Jahrhunderts, als wandernde Schausteller, Wissenschaftler und Fotografen das Medium benutzten. Die kompliziertesten Laternae Magicae verwendeten bis zu drei Projektions-Apparate, um ausgeklügelte Bildmontagen und sogar bewegte Bilder durch Überblendungen und verschiedene Blenden zu gestalten, Geschichten zu erzählen oder wissenschaftliche Vorträge zu illustrieren. Zu den wichtigsten Produzenten der Dias gehörten die Bamforth Company, Ernst Planck, Newton & Co., York & Sons und W. Butcher & Sons. Fast alle Pioniere des Films, ob Oskar Messter, die Brüder Lumière, Guido Seeber o.a., begannen als Produzenten oder Vertreter für Laterna-Magica-Firmen, doch das Kino bedeutete auch ein Ende für das Medium, das nach 1895 lediglich als Kinderspielzeug weiterlebte.

Literatur: Grosser, H. Mark: Kircher and the Laterna Magica – A Re-examination. In: Journal of S.M.P.T.E., 90, Oktober 1981, S. 972ff. – Hoffmann, Detlev / Junker, Almut: Laterna magica. Lichtbilder aus Menschenwelt und Götterwelt. Berlin: Frölich und Kaufmann 1982. – Hrabalek, Ernst: Laterna magica - Zauberwelt und Faszination des optischen Spielzeugs. München: Keyser 1985.

Referenzen