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limited animation

wörtl etwa: begrenzte Animation

Gemeint sind Regress- und Armutsformen der Animation, die angesichts der ständigen Verteuerung der Herstellungskosten entstanden. Immer wieder sind Abläufe der Trickfilmproduktion vereinfacht worden. Hintergründe wurden auf wenige Farbflächen reduziert, Bewegungen in mehrfach verwendbare Zyklen (cycles) aufgeteilt, so dass nur noch ein Minimum an Bildern gezeichnet werden musste; zudem werden einzelne Bewegungen in weniger Bilder aufgelöst (die manchmal bis zu sechs Kader lang stehen – gegenüber den zwei Kadern der traditionellen Animation), so dass die Bewegungen ruckartig wirken. Bei Musik und Dialogen wird oft auf die Bewegungsanimation ganz verzichtet. Manchmal wurden auch nur noch einzelne Gliedmaßen animiert oder in einer Art „Legetechnik“ auf den Hintergrundfolien variiert. In allen diesen Fällen spricht man von limited animation. Deutlich ist, dass die Begrenzung fast immer einhergeht mit einer Zurücknahme der zeichnerischen Komplexität, dass die Analyse von Bewegungsabläufen vergröbert und primitivisiert und dass ein „realistisches“ Interesse an Figur und Bewegung weitestgehend aufgegeben werden muss. Andererseits entstehen so minimalistische Formen der Animation, die in ihrer Abstraktheit und Symbolhaftigkeit wiederum eigene ästhetische Qualitäten haben (und darum gerade in der Frühzeit als „modern design“ apostrophiert wurden, zumal es eine Reihe Anlehnungen an die Formenwelt der abstrakten bildenden Kunst und des zeitgenössischen Designs gegeben hat). Eine bedeutende Rolle kam seit den späten 1950ern dem Fernsehen zu – angesichts des kleinen Bildschirms, aber auch kleinerer Budgets war die traditionell sehr detaillierte Animation (full animation) weder nötig noch finanzierbar. Filme wie Yellow Submarine (Großbritannien 1968, George Dunning) oder der Kurzfilm The Dot and the Line: A Romance in Lower Mathematics (USA 1965, Chuck Jones) wäre ohne die limited animation nicht denkbar gewesen. Zu den bekanntesten Produzenten, die die Stilistik der limited animation im Fernsehen immer wieder angereichert haben, gehört die us-amerikanische Produktion Hanna-Barbera Productions. Ein aktuelles Beispiel ist South Park (1997ff). Ein neues Verbreitungsfeld für die Formen der begrenzten Animation ist das Internet, das mit oft nochmals verkleinerten Displays förmlich nach „einfachen Formen“ verlangt.