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Mehrfachbelichtung: Frühzeit

auch: Simultanbelichtung

Die Mehrfachbelichtung ist ein Trickverfahren. Sie entsteht durch Aufnehmen oder Kopieren von zwei und mehr Bildern auf demselben Filmabschnitt. Diese Bilder können sich zum einen überlagern, zum anderen nebeneinander erscheinen. Bei beiden Verfahren drehte man in der Frühzeit den belichteten Film in der Kamera bis zu der Stelle zurück, an der man den gewünschten optischen Trick erzeugen wollte. Der französische Filmemacher Georges Méliès beispielsweise ließ auf diese Weise in Le Christ marchant sur les eaux (1899) Jesus auf dem Wasser wandeln. Méliès kaschierte aber auch mit Masken vor dem Objektiv Ausschnitte des Bildes; dadurch fiel an den verdeckten Bereichen kein Licht auf den Negativfilm. Nach dem Zurückdrehen des Films nahm er diese Masken weg und kaschierte nun bereits belichtete Stellen. So gelangen Spezialeffekte wie die “wundersame“ Versiebenfachung seiner eigenen Person in L’Homme orchestre (1900) oder die Gegenüberstellung von Riesen und Zwergen in Voyage de Gulliver (1902).