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menacing husband

dt. = bedrohender Ehemann

In der feministischen amerikanischen Filmtheorie geprägter Ausdruck für eine Figur, die besonders (aber nicht nur) im melodramatischen Frauenfilm der 1940er Jahren eingesetzt wird. Das Motiv ist jedoch älter als der Film: Es hat seinen Ursprung in den englischen gothic novels des 18. und 19. Jahrhunderts und den darin erzählten Schauergeschichten um unschuldige junge Frauen, die gewissenlosen Aristokraten zum Opfer fallen. Es geht dabei immer um die Bedrohung einer anhnungslos ausgelieferten Frau durch ihren dämonischen Ehemann. Beispiele sind Gaslight (Großbritannien 1939, Thorold Dickinson; Remake 1943, George Cukor), Suspicion (USA 1941 Alfred Hitchcock), A Double Life (USA 1948, George Cukor) oder Midnight Lace (USA 1960, David Miller). Die menacing husband-Filme können einerseits als Ausdruck tiefgreifender Spannungen zwischen den Geschlechtern gelesen werden, andererseits als Gegenstück zu den Femme-Fatale-Phantasien des Film Noir, in denen sich untergründige Ängste vor der Frau äußern. Zugleich decouvrieren sie diverse sadomasochistische Spezialitäten der Ehe und die Machtlosigkeit der Frauen im Patriarchat.