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Morphing

manchmal auch: digital imaging

Das aus dem Englischen übernommene Morphing ist die Substantivierung eines Mitte der 1970er Jahre entstandenen und seit den 1990er Jahre gebräuchlichen Verbs to morph, einer Kürzung aus engl. metamorphose ‚verwandeln‘, und geht letztlich zurück auf griech. morphé ‚Gestalt, Form, Aussehen‘.

Computergestütztes Verfahren der Bildumwandlung, bei dem ein Gegenstand (z.B. das Bild eines menschlichen Körpers, eines Gesichts o.ä.) stufenlos von einer Form in eine andere überführt wird. Es wurde zunächst im Zeichentrickfilm zur Erzeugung häufig humorvoll-grotesker Effekte genutzt, um dann im Werbefilm zur den Zuschauer zunächst verblüffenden Darstellung von raffenden Veränderungs-, Gestaltwandlungs- oder Alterungsprozessen realweltlicher Objekte zu dienen. Nach Anwendungen im Science Fiction-Film gehört es heute zum allgemeinen Repertoire des computerbearbeiteten und digitalen Spielfilms sowie des Fernsehens. Ein Beispiel für die bewußte Mischung von narrativem Spielfilm und grotesker Zeichentrick- bzw. Cartoonmotivik durch den Einsatz der Möglichkeiten des Morphings ist The Mask (USA 1994, Chuck Russell).

Literatur: Beau, Frank / Dubois, Philippe / Leblanc, Gérard [Hrsg.]: Cinéma et dernières technologies. Paris: INA / Paris/Bruxelles: De Boeck université 1998 (Arts et cinéma.). – Lutz, Andrea: Digitale Bilder und ästhetische Bildung: Analyse und theoretische Reflexion des digital bildgebenden Verfahrens "Morphing". Diss. Universität Lüneburg 1999. – Sobchack, Vivan (ed.): Meta morphing: visual transformation and the culture of quick-change. Minneapolis: University of Minnesota Press 2000.

Referenzen