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National Coal Board Film Unit (NCB Film Unit)

Das Programm der dritten Labour-Regierung zur Verstaatlichung der britischen Zechen, Minen und Gruben führte 1946 zur Gründung des National Coal Board (NCB). In der Anfangszeit griff diese Gesellschaft öffentlichen Rechts zu Dokumentierungs-, Informations-, Ausbildungs- wie auch Anwerbezwecken technische Filmen anderer Produktionsfirmen zurück. Von 1952 bis 1984 leistete sie sich eine eigene Abteilung für Industriefilm, die National Coal Board Film Unit (NCB Film Unit), die neben der Shell Film Unit zu den größten ihrer Art im Land zählte. Zu den Besonderheiten bei der Herstellung von Bergarbeiter- und Untertagefilmen gehörte, dass das technische Material für den Einsatz in den Minen speziell angepaßt und vor allem sicher gemacht werden musste. Neben eher technischen Themen des Bergbaus wurden auch das soziale Leben der Arbeiter und die eng verflochtenen Aktivitäten der Bergarbeiter-Gemeinden thematisiert. Die NCB Film Unit, die mit einem Minimalstab von Mitarbeitern auskommen musste, stellte ab 1959 zwei Drittel der Filme selbst her. Bedingt durch den Niedergang des Bergbaus in Großbritannien und wegen schwindender finanzieller Unterstützung wurde die Abteilung, die um 1980 ihren größten Output hatte, 1984 aufgelöst. Bis dahin hatte sie über 900 Dokumentar- und Spielfilme produziert.
Ein eigenes, zunächst von der Crown Film Unit und dann von Data Films Productions betreutes filmisches Magazin, Mining Review, ab 1972 einfach Review betitelt, kam zwischen 1947 und 1983 heraus und erreichte seit 1963 unter der Redaktion von NCB bis zu 12 Millionen Zuschauer.

Literatur: Baker, Simon: National Coal Board Film Unit (1952-84). Online: http://www.screenonline.org.uk/film/id/474432/index.html. – Ders.: Mining Review (1947-83). Online: http://www.screenonline.org.uk/film/id/894075/. – Donaldson, Henry: Coal film makers: an appreciation. [London]: National Coal Board o.J.