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Nebelbilder

engl.: dissolving views; wurden mehrere Laternae magicae zur Nebelbildprojektion neben- oder übereinander gestellt, sprach man im Engl. auch von biunial / triunial lantern

Nebelbilder wurden im 19. Jahrhundert ab etwa 1840 mit zwei, manchmal drei Laternae magicae (damals auch: Nebelbildapparate) durch Überblendung oder gleichzeitige Projektion erzielt. Durch weiche Überblendung verschwanden oder erschienen die Bilder wie in einem Nebel, so dass aus einer Landschaft im Tageslicht eine im Mondschein, aus einem Sommer- ein Winterbild, aus einer weiteren eine nähere Ansicht wurde und ähnliches mehr; es ging also nicht um Montage von Bewegungssequenzen, sondern um die Mutation gleicher Gegenstände in einen anderen Zustand. Nebelbilder wurden auch durch Projektion auf Rauch oder bewegte Gaze erzeugt. Zur Beleuchtung der Nebelbilderapparate wurde meist Drummondsches Kalklicht, später aber auch elektrisches Licht angewendet.  Mit der Entwicklung und Verbreitung des Kinematographen Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Projektionskunst der Laterna Magica an Bedeutung. 

Literatur: Liesegang, F..Paul: Der Ursprung der Nebelbilder. In: Deutsche optische Wochenschrift 10,15-16, 27.4.1924, S. 187-192. – Hick, Ulrike: Geschichte der optischen Medien. München: Fink 1999, bes. 166-177.