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Neuverfilmung

engl. oft: remake (auch im Dt. gebräuchlich); auch: Neuadaption

Als Neuverfilmung bezeichnet man einen Film, der eine bereits verfilmte literarische Vorlage erneut adaptiert. Neuadaptionen beziehen sich ähnlich auf die Vorlagen, setzen aber die thematischen Akzente neu, modifizieren die dramatischen Rollen, greifen meist auch zu veränderten Mitteln der Dramatisierung und Inszenierung. Einige literarische Vorlagen sind vielfach adaptiert worden (wie etwa Mary Shelleys Frankenstein, Alexandre Dumas‘ Les trois Musquetiers oder Arthur Conan Doyles The Lost World). Neuverfilmungen sind einerseits oft Modernisierungen und stilistische Hybridformen, die Altes und Neues mischen (wie etwa Romeo and Juliet, USA 1996, Baz Luhrmann); andererseits werden sie aber auch aus ökonomischen Gründen konzipiert, dabei an die Popularität und Bekanntheit der literarischen Quellen sowie der Vorläuferfilme anknüpfend. Auch Anpassungen an die technischen Möglichkeiten des Films (Tonfilm, Farbfilm, Breitwandformate etc.) spielen bei der Planung einer Neuadaption eine Rolle. Manchmal haben Regisseure den gleichen Stoff mehrfach adaptiert (wie Hitchcocks The Man Who Knew Too Much, 1934 und 1956, belegen mag). Andere Romanvorlagen stehen als so prägnante Prototypen dramatischer Konflikte oder von Figurenkonstellationen, dass sie oft innerhalb kurzer Zeit mehrfach adaptiert wurden (wie Dashiell Hammetts Roman The Maltese Falcon 1931, 1936 und 1941 verfilmt oder Choderlos de Laclos‘ Les Liaisons dangereux im gleichen Jahr gleich zweimal adaptiert wurde, 1988).

Literatur: Forrest, Jennifer / Koos, Leonard R. (eds.): Dead Ringers. The Remake in Theory and Practice. New York: SUNY Press 2002. – Hagen, Kirsten von: Intermediale Liebschaften. Mehrfachadaptionen von Choderlos de Laclos‘ Briefroman „Les liaisons dangereuses“. Tübingen: Stauffenburg 2002.

Referenzen