Metainformationen zur Seite
  •  

nihonjin-ron

von japan. nihon = „Japan“ + jin = „wahrer Mann, Person“ = „(echter) Japaner“ + ron = „Argument, Diskurs, Theorie“

Der Ausdruck lässt sich sehr allgemein umschreiben mit „Theorien über die (überlegene) japanische Kultur und die rassischen Besonderheiten der Japaner“. Sie entstand, als Japan sich nach langem Isolationismus im Laufe der Meiji-Zeit seit 1868 allmählich zu einem Staat moderner Prägung reformierte. Die Japaner mussten sich erstmals gegenüber anderen, auch westlichen Kulturen abgrenzen und dazu in ihrer selbstverstandenen Eigenart definieren. Insbesondere während der Zeit der expansionistisch und imperialistisch ausgerichteten Militärregierungszeit wurde das Konzept des Nihonjin-ron nationalistisch und faschistoid ausgedeutet zum Bild von der Überlegenheit des Japanertum. Dazu wurden in den 1930er Jahren systematisch auch Spielfilme eingesetzt, die von den Studios auf Geheiß der Militärverwaltung anzufertigen waren.
Nihonjin-ron
wird von manchen japanischen Intellektuellen in abgeschwächter Form noch heute gepflegt und äußert sich z.B. in der Behauptung, westliche Cineasten seien prinzipiell nicht in der Lage, das wahre Wesen des japanischen Films zu erfassen.

Literatur: Yoshino, Kosaku: Cultural nationalism in contemporary Japan: a sociological enquiry. London/New York: Routledge 1992, S. 9-38.

Referenzen