Metainformationen zur Seite
  •  

Nudel-Western

engl.: noodle western;

Züge des Italowestern oder Spaghetti-Western der 1960er Jahre weisen Ähnlichkeiten mit dramaturgischen und choreographischen Elementen des japanischen Samurai-Films auf, wie ihn Akira Kurosawa mit Yojimbo (Japan 1961) einem westlichen Publikums näherbrachte, womit er auch westliche Regisseure – wie Sergio Leone bei Per un pugno di Dollari (Für eine Handvoll Dollar, BRD/Spanien/Italien 1964) – entsprechend beeinflusste. Der Terminus Nudel-Western selbst ist allerdings neueren Datums; er blieb in seinem Bedeutungsumfang nicht unbehelligt von der japanischen Manga-Kultur. Als Modell des japanischen, vom Regisseur selbst so benannten Nudel-Western wird Tampopo (Japan 1985, Juzo Itami) angesehen, ein in einigen Szenen wie ein Western choreographierter Film rund um Aufbau und Existenznöte einer Nudelküche für einfache Leute. Der Ausdruck wird heute allerdings retrospektiv auch auf ältere Berührungen zwischen amerikanischer Cowboy-Kultur (samt italienischer Ausformungen) und japanischem Samuraitum angewendet, so dass eine Sphärenmischung wie in Shogun Assassin (Japan/USA 1980, Robert Houston, Kenji Misumi) dem Subgenre zugerechnet werden kann.
Abgrenzungen zum chinesisch geprägten Chopsuey-Western bleiben häufig unscharf oder werden gar nicht erst getroffen, so dass die Bezeichnung Nudel-Western sich des Öfteren auf chinesische und sogar ganz allgemein auf asiatische oder asiatisch beeinflusste Filme mit Western-Charakteristiken angewendet findet.

Literatur: Moeran, Brian: Confucian confusion: the Good, the Bad and Noodle Western. In: The anthropology of evil. Ed. by David Parkin. London: Blackwell 1985, S. 92-109. – Van der Heide, William: Malaysian cinema, Asian film: border crossings and national cultures. Amsterdam: Amsterdam University Press 2002, S. 39f.

Referenzen