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Ökologie II

Neben den naturbezogenen Varianten des ökologischen Films steht eine soziologische resp. politische Variante, die das Gesamt menschlicher und natürlicher Umweltfaktoren als systemische Zusammenhänge auffasst. Insbesondere Modernisierungen, die in als normal erlebte Lebensverhältnisse eingreifen, sind ein Thema, an dem eine ökologische Haltung ausgedrückt werden kann (und es ist schnell deutlich, dass diese Formen des Ökologismus an die marxistische Gesellschaftsanalyse anknüpfen). Eine ganze Reihe von Filmen haben sich z.B. mit der gesundheitlichen Gefährdung von Arbeitnehmern auseinandergesetzt, so dass dem Profitstreben der Konzerne ein eigenes Interesse der Arbeitenden entgegengesetzt wird; man denke an Erin Brockovich (USA 2000, Steven Soderbergh) oder an den älteren Silkwood (USA 1983, Mike Nichols), der in der Nuklearindustrie angesiedelt ist.
Filme wie Pretty Poison (USA 1967, Noel Black) über die Einleitung von Industrieabwässern in einen Fluss nahmen sich ökologischer Themen lange vor der Formierung einer politischen Ökologie-Bewegung an. Trotz derartiger Ausnahmen ist der Motivkomplex so jung wie die gesellschaftspolitische Sensibilität gegenüber ökologischen Problemstellungen, Risiken und Katastrophen. So schreibt gerade der Spielfilm ökologischen Themen erst seit den späten 1970er Jahren überhaupt eine Fiktionswürdigkeit zu.

Literatur: Fischer, Norman: Blade Runner and „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ An ecological critique of human-centered value systems. In: Canadian Journal of Political and Social Theory 13,3, 1989, S. 102-113. – Magoc, Chris J.: The machine in the wasteland. Progress, pollution, and the pastoral in rural-based television, 1954-1971. In: Journal of Popular Film and Television 19,1, 1991, S. 25-34. – Podeschi, Christopher W.: The nature of future myths. Environmental discourse in science fiction film, 1950-1999. In: Sociological Spectrum 22,3, July 2002, S. 251-297.
 

Referenzen