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Paranoider Thriller: Bestimmungselemente

engl.: paranoid thriller; auch: conspiracy thriller; conspiracy film; dt.: Verschwörungsthriller; Verschwörungsfilm

Als Subgenre des Thrillers und wichtigste Ausprägung des Paranoia-Kinos befasst sich der paranoide Thriller mit politischen oder terroristischen Attentaten, Vertuschungen durch die Regierung und umfassenden Verschwörungen ganz allgemein. Grundthema und -stimmung der Form sind Ohnmachtsgefühle des Individuums in der modernen Gesellschaft mit ihren anonymen Bürokratien und Wirtschaftsstrukturen, die den einzelnen entbehrlich gemacht haben. Fiktional dramatisiert wird dies als Hilflosigkeit des Individuums angesichts undurchschaubarer Bedrohungen durch Auftragskiller von Regierung oder Big Business. Die paranoide Angst vor unbekannten Angreifern, die jederzeit zuschlagen können, ohne dass die bedrohte Person wüsste, welches Motiv hinter dem Angriff steckt, und ohne dass sie sich zunächst gegen die unsichtbare Gefahr wehren könnte, ist das Hauptthema vieler Beispiele. Typischerweise stolpert ein investigativer Protagonist (als Journalist oder Amateurdetektiv) über eine sich sukzessiv ausweitende Verschwörung, die schließlich bis zu den Spitzen der Macht reicht; charakteristisch ist hier das Motiv des „Staats im Staat“ oder einer geheimen, in illegitime Machenschaften involvierten Organisation.

Literatur: Jameson, Fredric: „Totality as Conspiracy“. In: seinem: The Geopolitical Aesthetic. Cinema and Space in the World System. Bloomington/London: Indiana University Press/BFI 1992, S. 7-84. – Taylor, Henry M.: Die Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Aspekte des paranoiden Film-Thrillers. In: Navigationen 3,2, Nov. 2003, S. 55-75.

Referenzen