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Perzeptionsbild

Nach der Filmtheorie von Gilles Deleuze eine von mehreren Arten des Bewegungsbildes. Das Perzeptionsbild kommt im klassischen Kino vor. Gemeint ist die Ansicht einer Sache. Deleuze unterscheidet zwischen der subjektiven und der objektiven Perzeption. Subjektive Bilder zeigen, wenn eine Anordnung von jemandem gesehen wird, der in diese Anordnung miteinbezogen ist. Objektive Bilder zeigen eine Ansicht von außen. Subjektiv ist Perzeption, wenn mehrere Bilder um ein zentrales Bild kreisen. Objektiv ist sie, wie sie in den Objekten ist, wenn mehrere Bilder in Bezug aufeinander variieren. Deleuze hebt den Fall hervor, dass zwischen diesen beiden Polen gewechselt und sogar vermittelt wird. Das Perzeptionsbild lässt den Zuschauer zwischen diesen beiden Polen hin- und herdriften. Mit Pasolini handelt es sich dann um einen „style indirect libre“, wie er auch in der Sprache anzutreffen ist. Schließlich geht es Deleuze bei der Beschreibung des Perzeptionsbildes um solche Formen abseits dieser Opposition. So spricht er in Bezug auf das Vorkriegskino von Grémillon und Vigo von einer „flüssigen Perzeption“ und in Bezug auf die Filme von Vertov von einer „gasförmigen Perzeption“. Insofern also beim Bezug auf die objektive und subjektive Perspektive noch ein festes Zentrum umkreist wird, befindet sich dieses in den zuletzt genannten Formen selbst in Bewegung. Deleuze bezieht sich für seine Beschreibung des Perzeptionsbildes auf das Kino der französischen Impressionisten, also die Filme von Epstein, L‘Herbier oder Mitry und sieht in dem Motiv des Wassers den Fall, in dem sich die Bewegung einer Sache in das Bild der Bewegung selbst wendet. Indem sich das Zentrum selbst in Bewegung setzt, erheben sich die Teile zum Ganzen, das Relative zum Absoluten und die Sukzession zur Simultaneität.

Literatur: Deleuze, Gilles: Das Bewegungsbild. Frankfurt: Suhrkamp 1989.