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Pietà

ital. = Frömmigkeit, von lat.: pietas = Frömmigkeit, Mitleid; im Dt. auch: Vesperbild, Erbärmdebild

Die Pietà ist ein Bildmotiv, das Maria (die Mater Dolorosa) zeigt, die den vom Kreuz abgenommenen Körper Jesus Christus auf dem Schoß hält. Das Motiv wurde seit dem 14. Jahrhundert als Andachtsbild aus der Beweinungsszene nach der Kreuzabnahme herausgelöst und ist heute in zahllosen, auch zeitgenössischen Darstellungen zu finden. Es findet sich auch außerhalb sakraler Kontexte als Bildsymbol der Trauer und der Klage. Insbesondere im Kriegsfilm wird es unter Berücksichtigung politischer und sozialer Aspekte immer wieder variiert, wobei das Bild meist aus dem zeitlichen Fluss der Filmbilder herausgelöst zu sein scheint, einen Moment des Stillstehens der Zeit in der Trauer versinnbildlichend.

Literatur: Belting, Hans: Giovanni Bellini, Pietà. Ikone und Bilderzählung in der venezianischen Malerei. Frankfurt: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1985. – Hawel, Peter: Die Pietà. Eine Blüte der Kunst. Würzburg: Echter 1985. – Probst, Volker G.: Bilder vom Tode. Eine Studie zum deutschen Kriegerdenkmal in der Weimarer Republik am Beispiel des Pietà-Motives und seiner profanierten Varianten. Hamburg: Wayasbah 1986.