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Pixelvision-Kamera

Ende der 1980er Jahre versuchte die amerikanische Spielzeugfirma Fisher-Price, eine Videokamera für Kinder zu vermarkten, die PXL-2000. Da die Kamera lediglich ein sehr grobkörniges Schwarzweiß-Bild produzierte (festgehalten auf normalen Chromoxid-Tonbandkassetten) und relative teuer war (ca. 100 US-$), wurde sie ein geschäftlicher Misserfolg und verschwand sehr bald vom Markt.
Doch gerade die technischen Unzulänglichkeiten der Kamera machten sie für Avantgarde-Filmkünstler interessant, die eine radikale „low-tech“-Ästhetik propagierten. Am erfolgreichsten wurde Another Girl Another Planet (1992) von Michael Almereyda, ein ganz in einer New Yorker Wohnung gedrehter Spielfilm über einen jungen Mann und seine Frauengeschichten. Zu gewissem Ruhm kam auch Sadie Benning, die Tochter des Filmavantgardisten James Benning, die als 15jährige mehrere Filme mit der Pixelvision-Kamera drehte und heute als prominente lesbische Künstlerin gilt, u.a. Jollies (1990), Girl Power (1993) und The Judy Spots (1995). Heute sind die Pixelvision-Kameras ein begehrtes Objekt von Sammlern und Künstlern geworden und werden zu hohen Preisen gehandelt.